Stop TB

Das Tuberkuloseprojekt von B&L läuft seit 2005. Ziel ist es, die Tuberkuloseverantwortlichen der Oblast Lemberg bei der Einführung der WHO Stop TB Strategie zu unterstützen:
>>> Ausbildung von Kaderpersonal, Optimierung der TB-Diagnostik durch Einführung einer modernen Labordiagnostik, Verbesserung der Datenverarbeitung und Kommunikation durch EDV, Transfer von Spitaleinrichtungen, Zugang zu Global Fund.
Schritt für Schritt wurden verschiedene Teilprojekte durchgeführt und 2014 der aktuelle Stand durch eine Studie (Bacdot Studie) evaluiert.
Nachfolgend sind die Projekt-Entwicklung sowie die einzelnen Teilprojekte beschrieben.

1. Die TB Epidemie in der Ukraine ist erschreckend     (TB in der Schweiz : vgl. http://www.tbinfo.ch/

Wie in den meisten osteuropäischen Ländern ist seit dem Zerfall der Sowjetunion auch in der Ukraine die Tuberkulose völlig ausser Kontrolle geraten. Gründe dafür sind Armut, soziale Verwahrlosung und die rapide Ausbreitung der multiresistenten Tuberkulose, oft in Kombination mit Aids.
Es braucht ausserordentliche diagnostische und therapeutische Anstrengungen um diese Epidemie in Griff zu bekommen. Dafür fehlt es in der Ukraine sowohl an finanziellen Mitteln als auch an den modernen Techniken der Erregeridagnostik.

2. Entstehen des TB Projektes

2005 hat sich Prof. Ladnyi, Leiter des phtisiopulmonolischen Zentrums Sychiv in Lemberg, an „Bär & Leu“ gewandt und um Fach-Hilfe aus der Schweiz gebeten. Er vermutete die Hauptquelle der TB Infekton in den Gefängnissen und schlug daher eine TB Studie im Gefängnis Drohobych vor, in Zusammenarbeit mit Dr. Skurchanskyi, dem Chefarzt des dortigen TB Spitals.
In PD Dr. T. Bodmer, dem Leiter des Insitututs für Infektionskrankheiten (IFIK) der Uni Bern, fand „Bär & Leu“ rasch einen qualifizierten Fachmann, welcher die Studie in Drohobych durchführte. Als weiterer Fachberater stellte sich Dr. J.P. Zellweger, leitender Arzt der Lungenliga Schweiz und Beauftragten der WHO, „Bär & Leu“ zur Verfügung. Die Arbeitsgruppe TB von „Bär& Leu“ ist für Projektorganisation (vgl. Organigramm) verantwortlich.
Im Mai 2006 lud Prof. Ladnyi sämtliche TB Ärzte des Bezirkes Lemberg (ca. 2,8 Mio Einwohner) zu einer TB Konferenz nach Sychiv ein, zu der auch die WHO Ukraine, der Gesundheitsdirektor Lviv und der stellvertretende Leiter des nationalen TB Institutes Kiew eingeladen waren. Neben der Gefängnisstudie wurde die WHO TB Strategie vorgestellt, welche weltweit erfolgreich die TB Epidemie unter Kontrolle zu bringen versucht.

3. Das TB Projekt
Die Bande waren geknüpft, man entschloss sich gemeinsam das TB Projekt„Stop TB Lviv“ aufzubauen (vgl. Projektbeschrieb).
In Lemberg wurde als Partnerorganisation die NGO „Stopp TB“ gegründet mit welcher B&L regelmässige Verhandlungen führte und gemeinsam das Projekt „Stop TB Lviv“ realisierte. Das Projekt arbeitet eng zusammen mit den lokalen Gesundheitsbehörden von Lviv.
Erste Priorität galt der Ausbildung von Kaderleuten (vgl. Ausbildung von Partnern). Mehrere TB Ärzte wurden an internationale WHO Trainingskurse geschickt.
Rasch wurde klar, dass die Verwirklichung des Projektes nur Schritt für Schritt erreicht werden kann. Der Labordiagnostik musste dabei Priorität eingeräumt werden. So entstand 2008 die TB Labor Initiative. Eine Laborärztin von Sychiv wurde in Bern in der neuen Labortechnik geschult und Investitionen für die Renovation des TB Labors finanziert. Gleichzeitig entstand eine gemeinsame Pilotstudie , deren Resultate 2009 am internationalen TB Kongress in Dubrovnik vorgestellt werden konnte.

Die Molekularbiologie erlaubt heute eine TB – Erregerdiagnostik innerhalb von 2 Stunden. Die Rapidot Studie sollte 2010 die Einführung dieser Schnelldiagnostik ermöglichen. Gleichzeitig wurden Gemeindeschwestern für die ambulante Nachbehandlung nach Spitalentlassung rekrutiert und ausgebildet, ein Novum für die Ukraine. Weil die Bewilligung für den Probentransport von Lviv ins Insitut nach Bern durch Kiew verweigert wurde, musste die Rapidot Studie in die Bacdot Studie umgewandelt werden. Diese 2014 abgeschlossene Studie erfasst 100 neue Lungen-TB Patienten von Lemberg Stadt und zeigt die Resultate der neuen Labordiagnostik mit Flüssigkulturen (Bactec) sowie die Behandlungsresultate. Leider ist die primäre Multiresistenz mit 21% sehr hoch.

4. IT Network Drohobych

Auch in der Ukraine schreitet die elektronische Kommunikation voran. B&L hat seit Jahren TB Spitäler mit EDV Hardware beliefert, oft waren hier B&L Computer die ersten überhaupt. Ralph Maurer, Informatiklehrer an der gibb (Gewerblich Industrielle Berufsschule Bern) setzte sich 2013 zum Ziel im TB Spital Drohobych ein modernes EDV Netzwerk zur elektronischen Archivierung aller Spitaldaten, mit standardisierten Arbeitsplätzen, elektronischer Kommunikation innerhalb des Spitals und via Internet sowie einem zentralen Druckerdienst, aufzubauen. Er konnte schnell eine Gruppe von Lernenden der gibb zum Mitmachen während der Freizeit mobilisieren und gleichzeitig Informatiker aus der Ukraine rekrutieren. In Bern wurde das Netzwerk vorprogrammiert, Lehrbetriebe sowie die Berufsschule spendeten Hardware und im April 2014 konnte das Netzwerk in Drohobych installiert und in Betrieb genommen werden. Dank der Mitfinanzierung durch den Lotteriefonds, die Unterstützung durch die Verantwortlichen der gibb und die langjährigen Beziehungen von B&L mit Drohobych konnte ein Projekt echter Entwicklungszusammenarbeit realisiert werden. Die Lernenden der gibb haben für das IT Network Drohobych eine eigene Website entwickelt >>
http://drohobych.gibb-aid.ch/

5.Finanzierung und Hilfsgüter

Die Realisierung von „Stop TB Lviv“ war nur möglich dank der Berner Regierung. Wiederholt wurden Projekt-Gesuche an den Lotteriefonds des Kantons Bern gutgeheissen. Daneben haben Service Clubs, Kirchgemeinden und viele Privatspender erhebliche Gelder beigesteuert.
Gleichzeitig mit der fachlichen und finanziellen Unterstützung transportierte B&L verschiedenste Hilfsgüter in die 17 TB Spitäler des Bezirkes Lemberg, vorwiegend Spitalgeräte, Spitalmöbel, Spitalwäsche, Computer und Dank der DEZA auch Zusatznahrung in Form von Trockenmilchpulver.
Besonders viele Hilfsgüter und Spendengelder gelangten ins TB Spital Drohobych. Hier konnte dank B&L 2009 das neu renovierte  Spital eingeweiht werden.

1. Projektbeschrieb Stop TB Lviv

2. Ausbildung unserer Partner

3. Organigramm und Partner

4. Finanzierung

5. 17 TB Spitäler in Lviv Oblast

6. TB Labor Initiative

7. Pilotstudie 2008 – Internat. TB Congress 2009

8. Renovation TB Spital Drohobych

9. Rapidot Studie

10. Bacdot Studie

11. Hilfsgüterlieferungen für TB Spitäler

Porträts zum TB Projekt

Die Arbeitsgruppe TB von B&L und ihre ukrainischen Partner

Dr. Urs Bischler, Projektleiter PD Dr. Thomas Bodmer
Dr. Jean Pierre Zellweger Prof. Ladnyi
Dr. Rak, Chefarzt TB Center Sychiv  Dr. Skurchanskyi Chefarzt Drohobych
Dr. Maria Pavlyuk TB
Dr. Maria Pavlyuk